August 2000 Pannonia
Ich war am 09. Und 10. August mit Bike-Promotion in Ungarn auf dem Pannonia-Ring. Da ich meine ZX6 das Wochenende zuvor verkauft habe, mußte ich zwangsweise mit meiner Straßen R1 fahren. Also Rennverkleidung von meinem Freund ausgeliehen, all seine Sturzteile, wie Heck, Felgen, Tank u.s.w. montiert. Dann noch gebrauchte Slicks aufgezogen und los ging’s. Ich war schon ziemlich nervös, weil ich noch nie mit der R1 in Pannonia war und ich noch nie Slicks gefahren habe. Am Grenzübergang hab ich mich dann mit Peter (siehe Fotoalbum) getroffen. Nach sechs Stunden Fahrt waren wir da. Es war sehr wenig los. Viele sind nach zwei Tagen schon heimgefahren, wir sind bei diesem viertages-Training aber erst zu den letzten beiden Tagen angereist. Kurz das Pavillon aufgebaut, die Mopeds ausgeladen und geratscht. Zufällig reden wir mit unseren Parkplatznachbarn und finden heraus, dass Matthias Bormann (siehe auch Fotoalbum) auch an der Veranstaltung teilnimmt. So klein ist die Welt. Aber nun genug um den heißen Brei geredet. Am Mittwoch voller Erwartung aufgewacht, aus dem Fenster geschaut und… naja. Stark bewölkt aber trocken. Schnell noch das Fahrwerk härter eingestellt (fast alles zugedreht was da war) und raus zur ersten Runde. Am Anfang ganz vorsichtig um die Kurven getragen. Jeder hat mir geraten die Slicks ca. 3 Runden warm zu fahren. Und da ich meine R1 nicht wegschmeissen wollte, nahm ich mir diesen Rat zu Herz. Nach ein paar Runden war mir klar: Ist das geil mit R1 und Slick. Nur hab ich noch keinen Lenkungsdämpfer und v.a. mit kalten Slicks konnte ich auf der Start-Ziel nicht voll fahren, da das Lenkerpendeln extrem war. Einmal bin ich wegen dem Schmarrn geradeaus nach Start-Ziel. Der Zeitplan sah vor, dass um halb elf eine halbe Stunde Zeittraining für alle Klassen sei, um drei das Rennen und sonst freies Fahren. Ich muß sagen, dass die Veranstaltung toll organisiert war, muß aber auch sagen, dass bei ca. 40 Teilnehmern dies nicht ganz so schwer ist. Die Veranstalter waren sehr nett und mich hat es sehr gefreut mit Bike-Promotion zu fahren, die meine Homepage kannten und sich mit einer kostenlosen Teilnahme am Rennen sich bei mir für die “Werbung” bedankten. Leider war der Veranstalter vorher schon bei einigen Events, sodass keine Slicks mehr zu kaufen waren, aber dazu später mehr. Also um zehn hab ich mir den Transponder geholt, mit der Erwartung einer 2:15er Zeit, da ich mit meiner Rennsemmel ZX6 eine hohe 2:12 beim ersten mal gefahren war und ich dachte, diese erreiche ich mit dem Dampfhammer R1 nicht. Dann war es soweit. Halb elf. Allemann raus. Ich mit meiner bombigen Kondition
nach sechs oder sieben Runden schweißgebadet wieder drin. Jetzt kam das bange Warten, was ich wohl gefahren bin. Kurz nach dem Training wurde die Startaufstellung ausgehängt und mit großer Überraschung mußte ich feststellen, dass ich mit einer niedrigen 2:12 Dritter in meiner Klasse und gesamt Neunter war. Das hat mich schon riesig gefreut, dass ich meine Zeit von Pfingsten verbessert habe. Aufgrund der geringen Beteiligung in den einzelnen Klassen, wurde beschlossen alle auf einmal starten zu lassen. War bei 29 Teilnehmern auch kein Problem. Pünktlich kurz vor Rennbeginn fing es an zu tröpfeln und es wurde eine Fahrerbesprechung einberufen. Es wurde abgestimmt ob gefahren wird oder nicht. Die Mehrheit war dafür. Ich hab mir mit meinen abgefahrenen Slicks fast in die Hose gemacht, aber trotzdem teilgenommen. Wir hatten auch riesig Glück, denn ausser ein paar Tropfen war nichts weiter. Ich bin wie gewohnt sehr gut vom Start weggekommen (liegt mir scheinbar), bin aber dann beim Beschleunigen an einer 250er “hängen” geblieben. Den wollte ich nicht mit Gewalt überholen, da ich wußte er ist in der Kurve viel schneller als ich. Und so war es auch. Er hat überlegen das sieben Runden Rennen gewonnen. In der zweiten Runde haben mich aus meiner Gruppe leider zwei überholt, die ich mit meinen ausgelutschten Reifen nicht halten konnte. Allerdings hatte ich bis zum Schluss einen wunderbaren Kampf mit einer CBR900, den ich letztlich auch gewann. In der letzten Runde bin ich absolute Kampflinie gefahren und hab so spät gebremst wie noch nie. Letztendlich kam ich als Gesamt Zehnter und Klassenfünfter ins Ziel. Ich war stolz wie Oskar, da das bedeutete, dass ich meinen ersten Pokal in meinem erst zweiten Rennen einheimsen konnte. Und als ich auf die Ergebnisliste sah, war ich sehr erstaunt. Ich fuhr meine schnellste Runde in der siebten Kamplinienrunde mit 2:12:2xx. Also wieder eine kleine Steigerung und das mit meiner Kondition. Nach der Siegerehrung um vier hab ich mich dazu durchgerungen, mir neue Reifen zu kaufen. Meine Wahl fiel auf den neuen Metzeler Rennsport. Nur leider wußte ich nicht, dass es drei verschiedene Mischungen gibt und mir wurde am nächsten Tag von einem Teilnehmer gesagt, dass mir die weichste Mischung verkauft wurde. Der Reifen sah nach einem Tag entsprechen aus. Fand ich nicht ganz fair, aber was soll’s. Beim nächsten mal weiß ich es. Aber was ich sagen muß, der Reifen ist der Hammer. Grip ohne Ende, das schon sehr schnell, keinerlei Lenkerschlagen und absolut ruhig. Aufgrund der letzten Rennrunde habe ich versucht, meine Linienwahl zu ändern. Soll heißen, nicht mehr so rund sondern später bremsen, Moped umschmeissen und voll wieder raus. Außerdem hänge ich mich jetzt mit dem Oberkörper mehr nach aussen und kann somit das Moped ein wenig aufrechter halten. Allerdings ist das Hinterrad schon sehr entlastet und man ist ziemlich Highsider gefährdet! Meine Umstellung wurde aber belohnt. Ich fuhr eine für mich unglaubliche 2:09:120. Ich war überglücklich. Mit dieser Zeit hätte ich im Rennen ganz vorne mitmischen können oder sogar gewinnen können. Aber ich will ja nicht übertreiben. Nach dieser für mich Wahnsinnszeit, die ich am Vormittag eigentlich relativ konstant gefahren war, ließ ich es am Nachmittag gemütlich ausklingen und meine Freundin und ich sind gegen fünf nach Hause aufgebrochen. Also alles in allem waren es zwei tolle Tage und möchte mich hier bei den Veranstaltern (www.Bike-Promotion.de) einerseits bedanken für die tolle Organisation, aber auch die Reifenpreise (640,- DM incl. Montage und wuchten, ohne Altreifenentsorgung) und die bei mir mangelnde Beratung kritisieren.






